Bill spart Geld und Steuern

Steuern sparen: Verluste aus
Bitcoin und Kryptowährungen
in der Steuererklärung

  • Aktualisiert: 29. April 2019
  • Lesedauer: 6 Minuten
Viele Anleger werden durch den Handel mit Bitcoins und Kryptowährungen nicht nur einkommensteuerpflichtige Gewinne nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erzielen, sondern auch gelegentlich Verluste. Grundsätzlich musst du deine Verluste nicht in der Einkommensteuererklärung angeben. Wir zeigen dir mit diesen 3 essentiellen Tricks, wie du diese Verluste dennoch in deiner Steuererklärung nutzen kannst, um deine zu Steuern zu minimieren.
 

Verluste durch Bitcoin und Kryptowährungen realisieren, um diese steuerlich geltend zu machen

Verluste durch den Handel von Bitcoins und Kryptowährungen können nur steuerlich geltend gemacht werden, wenn diese auch realisiert sind. Dies geschieht, indem du deine Bitcoins oder andere Kryptowährungen innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr verkaufst oder gegen eine andere Kryptowährung tauschst. Damit hast du ein privates Veräußerungsgeschäft getätigt, wodurch deine Verluste realisiert werden. Wichtig: reine Kursverluste, die nicht realisiert sind, stellen keine steuerbaren Verlust dar.
 

Tipp: Verluste realisieren, um Steuern zu sparen

Mit diesem Wissen, kannst du auch gezielt deine Verluste durch Bitcoin und Kryptowährungen realisieren. Damit kannst du also direkt deine Steuern mindern, sofern diese Realisierung nicht nur steuerlichen Zwecken dient.

Verluste aus Kryptowährungen verrechnen für die aktuelle Steuererklärung

Um zu wissen ob und was du auf deine Bitcoins und Kryptowährungen zu versteuern hast, musst du erstmal deine zu versteuernden Einkünfte ermitteln. Das heißt, dass du am Ende des Jahres all deine Gewinne aus aus dem Trading mit all deinen Verlusten aus diesen gegenüberstellen musst. Dadurch ergeben sich dann deine zu versteuernden Einkünfte aus dem Handel von Bitcoin und Kryptowährungen. In diesem Fall sollten deine Einkünfte negativ sein und somit einen Verlust darstellen.
 

Hinweis: Verluste innerhalb der privaten Veräußerungsgeschäfte

Diese Verluste könnten aber auch innerhalb der privaten Veräußerungsgeschäfte mit anderen gleichartigen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften nach §23 EStG verrechnet werden. Solltest du also mit anderen Wirtschaftsgütern handeln und damit private Veräußerungsgeschäfte tätigen (wie z.B. Edelmetalle, Fremdwährungen, usw.), dann werden diese Verluste dagegen in deiner Steuererklärung steuerlich geltend gemacht.
Ein Bild von einem Steuerbericht

Kinderleicht deine Krypto-Steuer erledigen!

Mit coin.ink kannst du dir deinen Steuerbericht mitsamt Nachweisen und zu versteuernden Einkünften schnell und automatisiert ausgeben lassen.
Das beste: coin.ink ist momentan im Early Access komplett kostenfrei!

Verluste aus Bitcoin und Kryptowährungen absetzen

Die Verluste aus dem Handel von Bitcoins und Kryptowährungen kannst du nun geltend machen in deiner Steuererklärung. Diese kannst du für 2 Fälle nutzen:
 

1. Verluste steuerlich absetzen: Verlustvortrag

Die Verluste können durch einen Verlustvortrag auf unbestimmte Zeit in die Zukunft mitgenommen (“vorgetragen”) werden. D.h. dass, diese Verluste die zukünftige Steuerlast durch Gewinne aus Bitcoins und Kryptowährungen mindern werden.
 

2. Verluste steuerlich absetzen: Verlustrücktrag

Die Verluste können aber auch für das direkt vorangegangene Jahr zurückgetragen werden. Dadurch kannst du deine aktuelle Steuerlast aus der vorangegangen Steuererklärung mindern. Solltest du diese bereits gezahlt haben, dann erhälst du eine Rückerstattung für die damit bereits überschüssig gezahlte Steuer.
Und so einfach kannst du deinen Verlust zu deinen Gunsten nutzen, Steuern sparen und Steuern zurückerhalten.
 

Wie werden Verluste aus Bitcoin und Kryptowährungen in der Steuererklärung angegeben?

Wie du in 3 Schritten deine Verluste in der Steuererklärung einträgst:

1.Verluste aus dem Krypto Handel berechnen

Zunächst berechnest du deine Einkünfte aus dem Handel aus Bitcoins und anderen Kryptowährungen für das Steuerjahr. Dafür werden deine Veräußerungsgewinne mit deinen Veräußerungsverlusten saldiert. Dies kannst du händisch über Excel Tabellen und mit der Verrechnung von gemeinen Marktwerten machen oder du benutzt das einfache und automatisierte Tool von coin.ink
 

2. Verluste in der Anlage SO eintragen

Wenn du deine Einkünfte, in diesem Fall Verluste, berechnest hast oder ausgegeben bekommen hast aus coin.ink, dann kannst du diese eintragen. Deine Einkünfte aus dem Handel aus Bitcoin und Kryptowährungen werden dann in der Anlage SO deiner Steuererklärung in die Zeile 48 eingetragen.
Den Verlust kannst du nun wie oben beschrieben entweder zurücktragen oder vortragen. Dadurch werden die Verluste mit gleichartigen Gewinnen aus dem Vorjahr oder Folgejahr verrechnet.

In Zeile 51 der Anlage SO trägst du nun ein inwieweit du deinen Verlust für einen Verlustrücktrag begrenzen willst. Der Verlustrücktrag wird nach § 10d Abs. 1 EStG automatisch für das Vorjahr durchgeführt. Eine Begrenzung des Verlustrücktrags ist auch zugunsten eines Verlustvortrags möglich. Darüber hinaus werden die verbleibenden Verluste in den Folgejahren als Verlustvortrag unbegrenzt mitgenommen und automatisch in den nächsten Steuererklärungen verrechnet (= unbegrenzter Verlustvortrag).

Tipp: Antrag auf Beschränkung strategisch nutzen (Zeile 51 Anlage SO)

Eine Beschränkung kann steuerlich sinnvoll genutzt werden, wenn man mit der gesamten Verrechnung des Verlustes für das Vorjahr einen geringeren Steuervorteil hätte als für Mitnahme in die Folgejahre. Man kann also die Beschränkung gezielt nutzen, um die Freigrenze von 600 Euro zu erreichen, um dann den restlichen Verlust in die Folgejahre als Verlustvortrag zu übernehmen. Des Weiteren kann es sinnvoll sein, dass wenn man eine höhere erwartete Steuerlast für die zukünftigen Steuerjahre erwartet z.B. aufgrund von Progression, diese durch eine gezielte Beschränkung zu verringern.

Wo werden die Verluste in der Anlage SO eingetragen?

Anlage SO Verluste eintragen in der Steuererklärung

3. Steuererklärung abgeben

Wenn du dies getan hast, schickst du deine Steuererklärung beim Finanzamt ein. Deine Verluste werden in einem Steuerbescheid gesondert festgestellt und sind nach Bestandskraft bindend. Solltest du einen Verlustrücktrag gemacht haben, dann wird dein bereits ergangener Bescheid aus dem Vorjahr angepasst bzw. berichtigt. Solltest du die Steuern diesbezüglich bereits gezahlt haben, dann werden dir diese rückerstattet.

Tipp: Das richtige Timing – Verlustabzug strategisch planen

Wenn man seine Steuererklärung für das vorangegangene Jahr möglichst spät abgibt und seine Steuererklärung für das aktuelle Jahr möglichst früh, dann kann damit erreicht werden, dass die Verluste direkt miteinander verrechnet werden. Dadurch mindert sich die Steuerlast für das vorangegangene Jahr und kann sogar unter Umständen durch den Verlustrücktrag komplett entfallen. Dieser Möglichkeit kann man zuarbeiten, indem man seine Abgabefrist durch einen Steuerberater automatisch verlängert oder eine Fristverlängerung beim Finanzamt selber beantragt für das vorangegangene Jahr. Sollten die Bescheide nicht zeitnah gemeinsam bearbeitet werden, dann verkürzt sich dadurch trotzdem die Zeit bis zur Steuererstattung erheblich.

Und so einfach kannst du deine Verluste aus Bitcoin und Co. in der Steuererklärung eintragen.
  

Hat dir der Artikel geholfen?
Dann sag es deinen Freunden 🙂

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on reddit
Share on xing
Share on google
Share on telegram
Share on whatsapp
Share on email


Weitere Artikel zu Kryptowährungen und Steuern:

Verluste aus Bitcoin und Kryptowährungen in der Steuererklärung nutzen

Viele Anleger werden durch den Handel mit Bitcoins und Kryptowährungen nicht nur einkommensteuerpflichtige Gewinne nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erzielen, sondern auch gelegentlich Verluste. Grundsätzlich musst du deine Verluste nicht in der Einkommensteuererklärung angeben. Wir zeigen dir mit diesen 3 essentiellen Tricks, wie du diese Verluste dennoch in deiner Steuererklärung nutzen kannst, um deine Steuern zu minimieren.

Weiterlesen >>

FiFo oder LiFo bei Bitcoin? Was dem Finanzamt wichtig ist

Zur Vereinfachung der Gewinnermittlung werden Verbrauchsfolgeverfahren genutzt, wie FiFo oder LiFo. Grundsätzlich gilt, dass diese Verfahren für jedes einzelne Depot anzuwenden sind. Analog zu anderen Finanzprodukten im deutschen Steuerrecht, werden Kryptowährungen wie Bitcoin in verschiedenen Depots (Wallets, Exchanges, Adressen etc.) als getrennt voneinander betrachtet, da bei einem Verkauf keine Vermischung der einzelnen Bestände an Kryptowährungen erfolgen kann.

Weiterlesen >>
Menü schließen

Ich hab da eine Idee für dich!

Folge unserem Newsletter und erhalte die neusten Updates über weitere Entwicklungen von coin.ink. Wir halten dich auch auf dem laufenden über die aktuellsten gesetzlichen Änderungen und natürlich wenn wir neue Fachartikel publizieren. :)